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Herzlich Willkommen im Wörterland!

 

 

Schön, dass du gekommen bist.

Auf dieser Seite findest du Informationen zu den Leuten und natürlich auch zu den Tieren finden, die meine Bücher bevölkern.

Vielleicht darfst du auch mal durchs Schlüsselloch schauen, wenn ich ein neues Buch schreibe. Oder hast du Fragen? Dann schreib mir. Die Adresse findest du hier.

 

 

 

 

 

„Wann hast du beschlossen, dass du Bücher schreiben willst?“

Das ist eine der Fragen, die ich am häufigsten gestellt bekomme. Und gleichzeitig ist es auch die, die am schwersten zu beantworten ist. Denn ich bin nicht eines Morgens mit dem Gedanken aufgewacht: „Heute ist es soweit. Heute schreibe ich ein Buch.“

Schon seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Sprache. Im Studium der Theater- und Literaturwissenschaften, anschließend als Dramaturgin im Sprechtheater, als Lektorin und Regisseurin in einem Hörbuchverlag … überall war und ist die Sprache das zentrale Medium, mit dem ich tagein tagaus zu tun habe. Und immer sind es die Geschichten, die dabei im Vordergrund stehen. Was macht eine gute Geschichte aus? Wie viele Möglichkeiten gibt es, sie zu erzählen und wie wird sie überhaupt spannend? Und bei so viel Sprache den ganzen Tag, musste früher oder später ein eigenes Buch herauskommen. Oder?

 

Aber wie schreibt man eigentlich ein Buch? Auch auf diese Frage gibt es nicht nur eine Antwort. Ich finde, ein Buch zu schreiben ist, wie einen Schal zu stricken oder ein Regal zu bauen. Am Anfang hat man nur eine Idee und dann, am Schluss, ist da plötzlich ein Kleidungsstück, ein neuer Schrank, oder eben ein gedrucktes Buch, das in den Buchläden steht. Dazwischen allerdings passiert eine ganze Menge. Vor allem aber flattern so viele Ideen in diesem Dazwischen hin und her, dass eigentlich nie ganz genau das herauskommt, was ich mir anfangs ausgedacht habe. Aber wie genau geht es denn nun?

Na dann: Tür auf und hereinspaziert in meine Schreibwerkstatt.

Eine Schreibwerkstatt? Das sagt man immer so schön, wenn es um Autoren und ihre Bücher geht. Aber sind in einer Schreibwerkstatt Bohrer, Dübel, Sägen und Schrauben zu sehen? Nein, natürlich nicht. Und irgendwie doch.

Jede Schreibwerkstatt sieht anders aus. Einer schreibt in einem richtigen Büro, ein anderer am Küchentisch oder sogar in einem Café. Das kommt ganz darauf an, wo man die besten Ideen hat. Meine Schreibwerkstatt besteht aus einem winzigen Tisch, auf dem gerade einmal mein Laptop, ein paar Stifte und ein Notizbuch Platz haben. So winzig er aber auch ist, der Tisch ist voller Leben. Denn er ist sehr alt und vor allem war er kein Schreibtisch, bevor ich ihn dazu gemacht habe. Ursprünglich war es ein Küchentisch und wurde zum Beispiel zum Backen benutzt. Manch ein Kind saß darauf und hat mit den Beinen baumelnd gewartet, dass das Essen fertig wird, und ziemlich viele Leute haben schon an ihm gesessen, es sich schmecken lassen, gelacht, Geschichten erzählt und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gespielt. Und darum ist es der beste Tisch, den man sich zum Schreiben von Geschichten vorstellen kann. Immer, wenn mir gerade nichts mehr einfällt, schaue ich auf die Tischplatte, die voller Kratzer und Macken ist, und überlege mir, woher die wohl alle kommen. Und schon habe ich wieder neue Ideen.

Ein paar Ideen reichen natürlich nicht aus, um ein ganzes Buch zu schreiben. Wenn man etwas bauen möchte, muss man ja auch zuerst wissen, was man überhaupt bauen will und wie das neue Möbelstück dann aussehen soll. Genauso ist es bei einer Geschichte. Die Bretter, das sind die Ideen. Die Wörter sind vergleichbar mit den Schrauben und Nägeln, die das Ganze schließlich zusammenhalten und zu dem machen, was es ist.

Ganz zu Beginn allerdings, da benötigt man eine Skizze – einen Bauplan also. Und den schafft man sich am besten mit fünf abenteuerliche Buchstaben. W-W-W-W-W. Diese Fünf stehen für ein paar der wichtigsten Fragen, die sich ein Schriftsteller selbst stellen muss. Und zwar am Anfang jeder noch so winzigen Geschichte: Wo? Wer? Was? Wann? Warum?

Hat man diese Fragen beantwortet, dann ist man schon mitten drin im Buchschreiben. Denn dann weiß man bereits, soll es eine Stadt-Geschichte sein, oder eine, die auf dem Land spielt? Soll sie abenteuerlich werden oder eher etwas mit Tieren zu tun haben? Oder vielleicht sogar beides?

Bei den „Vier Sommersprossen“ waren schon ganz zu Beginn klar, dass die Reihe auf dem Land spielen sollte. Die Sehnsucht nach dem Landleben ist in der Stadt zurzeit überall sicht- und spürbar. Und auf dem Land riecht es außerdem herrlich nach frisch gemähtem Gras und Schafen. Aber Land gibt es ja gar nicht so wenig. Wo genau soll die Geschichte also spielen? Die Ortsbestimmung erfordert mitunter ein wenig Kramerei in der imaginären Ideenkiste. Die ist so etwas wie der wichtigste Schatz, wenn man Bücher schreibt. Den ganzen Tag füllt sie sich mit Gedanken und Ideen. Immer, wenn ich etwas unternehme, sammle ich im Geheimen weiter und stopfe alles in meine Ideenkiste.

Erst einmal kamen mir aber lauter Stadt-Ideen entgegen. Das kommt daher, dass ich selbst in einer Stadt lebe und da natürlich den ganzen Tag über Bilder und Einfälle sammle. Aber dann tauchte plötzlich das Bild einer Mühle auf. Da wehte ein salziger Wind und ein paar Schafe blökten. Und direkt unter dem Mühlenbild lag eines von einem Mädchen mit einem Hund. Die heißt Mali und der Hund, das ist natürlich Flipp! Ute Krause hat sie ganz wunderbar illustriert und meine eigene Vorstellung von ihnen genau getroffen. Flipp tobt dank Ute Krause genauso wunderbar durch die Bücher, wie er auch auf Gut Storchennest sein Unwesen treibt.

Nach und nach bevölkert sich der ausgewählte Ort dann mit Figuren. Das geschieht durch die zweite W-Frage: Wer? Logisch! Mali und Flipp waren schon da. Als nächstes kamen Ole, Luk, Sam dazu. Dann folgten Miriam, Daniel, Gabi und Hein, die Männer mit Bärten und Fiete Flunker. Obwohl der immer wieder plötzlich verschwunden war. Ich kann euch sagen, das war eine Mühe, bis ich endlich wusste, wie dieser Pirat ganz genau aussieht!

Das Beantworten dieser fünf Fragen nennt man auch „Plotten“. Denn wenn man zu jeder von ihnen eine ausführliche Antwort gefunden hat (die sich oft als ein ganzer Stapel Notizzettel entpuppt), dann weiß man bereits, wie die Geschichte verlaufen soll. Nun geht es ans Schreiben. Und das ist wirklich manchmal wie in einer Werkstatt. Nicht jedes Wort passt auch wirklich zum anderen und genauso, wie man manchmal eine Ewigkeit nach der richtigen Schraube suchen muss, wenn man ein Regal aufbaut, dauert es schon mal seine Zeit, bis man wirklich das eine passende Wort gefunden hat.

Der Rest der Arbeit fühlt sich dann an wie im richtigen Leben.

Je mehr Abenteuer Mali, Luk, Ole, Sam und Flipp erleben, desto mehr Lachfältchen, Sommersprossen, Narben an Knien und Ellenbogen und andere Figuren kommen hinzu, vielleicht verschwindet auch mal eine…

Natürlich gehören noch eine ganze Menge anderer Leute dazu, bis aus der Geschichte dann das Buch geworden ist. Zum Beispiel meine Lektorin, die an allen Einfällen so lange herumruckelt, bis sie sicher ist, dass alles stimmt. Und es gibt noch viele, viele mehr, ohne die die fertige Geschichte niemals zum gedruckten Buch werden könnte.

Die eigentliche Werkstatt ist also in Wahrheit viel größer als mein kleiner Schreibtisch.

 

 

 

Ein Buch kann man nicht nur lesen:

 

 

Das Schiller-Gymnasium in Köln hat sich überlegt, wie es nach dem Ende von "Mein Freund Salim" weitergehen könnte. Hier ist zum Beispiel ein Brief, den Hannes und Tammi aus Schweden bekommen haben.

 

Eine tolle Idee, oder?

 

Die Klasse 4 der Ludwig-Uhland-Schule in Gießen hat sich mit "Mein Freund Salim" beschäftigt. Was ihr hier seht, ist nur ein kleiner Ausschnitt eines ganz tollen Projekts.

 

Habt ihr auch Lust auf ein Projekt zu einem Buch? Dann sprecht doch mal mit euren Lehrern.

Eure Post an mich:

Du hast eines meiner Bücher gelesen oder warst bei einer meiner Lesungen und willst mir noch etwas erzählen? Oder hast du ein Bild gemalt, das du mir gerne zeigen willst? Dann schick es mir. Ich freue mich immer über Post.

Hier findest du die Adresse.

Post aus Gießen. So könnte Salims "Piratenschiff" aussehen.
Neue Post ist da! Vom Schiller-Gymnasium Köln
"Als Opapi das Denken vergaß", gemalt von Antonia
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© Uticha Marmon * Titelillustration "Als Opapi das Denken vergaß" von Günther Jakobs

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